E-Privacy-Verordnung und Online Marketing - DatenschutzProfi24.de

Das EU-Parlament hat mit einer klaren Mehrheit den Entwurf zur neuen E-Privacy-Verordnung verabschiedet und damit auch das Online Marketing nachhaltig verändert.

Ein deutliches Signal für mehr Datenschutz der Bürger im Internet. Allerdings mit schwerwiegenden Folgen im Bereich des Online Marketing für die Unternehmen.

Die geplanten Inhalte könnten den Fortbestand bestimmter Angebote im Internet, im Online-Handel und Werbewirtschaft deutlich einschränken, so die Kernaussage der Verordnung und somit die Befürchtungen der Wirtschaft.

Um was es geht, hier ein Auszug: Bisher war in Deutschland gemäß § 15 Abs. 3 TMG für die Verwendung von Cookies die sogenannte Opt-out-Lösung gefordert.

Hier war es ausreichend, dass Unternehmen die Nutzungsprofile auf pseudonymer Basis erstellen hierüber in der Datenschutzerklärung informieren. Zusätzlich müssen sie den Nutzern die Möglichkeit geben, der Erstellung von Nutzungsprofilen zu widersprechen. Auch auf diese Möglichkeit wird in der Regel in der Datenschutzerklärung hingewiesen.

Diese Regelung wird nach der E-Privacy-Verordnung ersatzlos gestrichen. Sollte ein Unternehmen weiterhin Nutzungsprofile erstellen, wird dies künftig nur nach vorheriger ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers möglich sein. Also beispielsweise mittels eines vorabgestellten Fensters, das vor der Anzeige einer Webseite ausdrücklich darauf hinweist. Davon wird es aber Ausnahmen geben. Ein Beispiel ist hier die Warenkorbfunktion in einem Online-Shop der ja ohne diese Funktion nicht funktionieren würde.

Auch betrifft es den Versand einer E-Mail mit werblichem Inhalt. Dieser ist entsprechend der E-Privacy-Verordnung erst nach vorheriger ausdrücklicher Einwilligung des Kunden möglich.

Doch es gibt auch Ausnahmen. Eine Einwilligung ist nicht notwendig, wenn das werbende Unternehmen die E-Mail-Adresse des Kunden im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung erhalten hat und diese für eigene ähnliche Produkte oder Dienstleistungen verwendet. Außerdem muss der Kunde jederzeit einer solchen Nutzung kostenlos und auf einfache Weise widersprechen können. Eine Umsetzung erfolgt hier meistens mit einem Link am unteren Rand der werbe Mail, der durch einfaches anklicken weitere Mails unterbindet.

Bei Nichtbeachtung fordert die E-Privacy-Verordnung, wie auch die EU-DSGVO, drakonische Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder bei Unternehmen bis zu 4% des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahrs, je nachdem, welcher der Beträge höher ist.

Aus diesem Grund sollten Unternehmen bereits jetzt damit beginnen sich, ebenso wie auch mit der EU-DSGVO, mit den Auswirkungen für Ihr Geschäftsmodell auseinander zu setzen.

About The Author

0

Your Cart